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Alles Instinkt: Tiere als Seismografen Erdbebenforscher verlassen sich nicht allein auf die Technik
Seit Jahrzehnten suchen Wissenschaftler nach einer zuverlässigen Methode, um Erdbeben vorherzusagen. Gerade das, was
lange Zeit als besonders unzuverlässig abgetan wurde, steht heute bei den Seismologen immer mehr im Mittelpunkt des Interesses: Sie beobachten das außergewöhnliche Verhalten von Tieren.
Forscher
meinen jetzt den Grund dafür gefunden zu haben, warum Hunde und Katzen schon Stunden vor einem Beben aus dem Haus laufen, Pferde fluchtartig den Stall verlassen, Schlagen aus dem
Boden kommen, Fische aus dem Wasser springen und Vögel plötzlich mitten in der Nacht singen.
Es liegt an kleinsten geladenen Schwebeteilchen, die kurz vor einem Beben dort entstehen können, wo
Quarz in den Gesteinsschichten der Erde ist. Diese Schwebeteilchen bewirken bei Tieren eine starke Ausschüttung von Serotonin. Und das wiederum kann ihnen Schmerzen bereiten.
Weil die
Konzentration dieser Schwebeteilchen in geschlossenen Räumen um ein Tausendfaches höher ist als im Freien, haben die Tiere den Drang, Haus und Stall schnellsten zu verlassen.
Erstmals gelang ein
Experiment mit Tieren als Seismografen 1975 in der Stadt Haicheng im Nordosten Chinas. Nachdem den Menschen dort das ungewöhnliche Verhalten ihrer Tiere aufgefallen war, zögerte die Regierung keine
Minute und ordnete eine Evakuierung an. 90.000 Menschen mussten sich in Sicherheit bringen. Zwei Tage später zerstörte ein heftiges Erdbeben die Stadt Haicheng.
Das Frühwarnsystem auf vier Pfoten
funktioniert also. Allerdings lässt sich aus dem Verhalten der Tiere leider nicht die Stärke eines bevorstehenden Erdbebens ablesen.
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