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Essen wird immer bequemer Conveniens-Produkte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit
Essen wird immer bequemer. Okay, wir müssen schon lange nicht mehr mit der Keule losziehen und ein Mammut erlegen,
wenn uns der Magen knurrt, aber so einfach wie heute war es noch nie, etwas gegen den kleinen oder großen Hunger zu tun. Wer heute lecker essen will, der muss nicht einmal kochen können.
Von A wie
Asia-Suppe bis Z wie Zwiebel-Sahne-Hähnchen fehlt kaum eine Würzmischung im Supermarktregal. Vom Riesen-Germknödel aus Österreich bis zum Nasi Goreng aus Indonesien ist praktisch jede Nationalität mit
ihrer Spezialität in der Tiefkühltruhe vertreten (
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). Und wir greifen immer häufiger zu. Der Siegeszug des Fastfoods geht weiter. Der Fachmann sagt aber nicht „Fastfood“, sondern „Convenience Food“, also „Bequemes Essen“.
Woran liegt das? Klare
Sache: Immer weniger Leute können kochen. Viele verwenden in ihrer Küche überhaupt keine Grundnahrungsmittel mehr. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kartoffeln hat sich in den letzten
30 Jahren zum Beispiel mehr als halbiert.
Es gibt noch ein paar interessante Zahlen: Die Ausgabe fürs Essen außer Haus sind im Laufe der 90er Jahre um 30 Prozent gestiegen, für Fastfood sogar um
fast 200 Prozent. Und auch die Convenience-Produkte nehmen einen immer größeren Raum ein.
Forscher haben herausgefunden, dass wir gleichzeitig immer weniger wissen über die Sachen, die wir essen.
Zum Beispiel nicht, wann welches Gemüse Saison hat. Und der Geschmackssinn vieler Kinder ist schon so dermaßen auf künstliche Aromastoffe getrimmt, das sie natürliches Aroma irgendwie fade finden.
Die Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe sagt: Es gibt genug Leute, die sich in der Küche nicht mehr selbst helfen können, außer mit der Mikrowelle. Kochen ist heute Luxus, im Alltag haben
wir dafür keine Zeit. Die, die überhaupt noch wissen, wie’s geht, stellen sich dafür dann am Sonntag extra lange an den Herd. Daraus wird dann ein echtes Erlebnis gemacht. Genauso wie zum Beispiel auch
aus dem gemeinsamen Kochabend mit Freunden einmal im Monat.
Witzigerweise boomt das Geschäft mit Kochbüchern. Und auch Fernsehköche rühren und braten auf allen Kanälen. Aber das muss kein
Widerspruch sein, im Fernsehen laufen ja oft Sachen, von denen wir sonst nur träumen. Das kann mal die heile Welt der Reichen und Schönen sein, mal die Abenteuer eines Actionheldes und mal eben auch ein
saftiges Steak.
Es gibt, bei all diesem Verfall der Kochsitten, auch gute Nachrichten: Die Nachfrage nach Obst, Gemüse oder Getreideprodukten steigt ebenfalls, wir versuchen also uns gesünder zu
ernähren als früher, weil wir heute einfach wissen, wie wichtig das ist. Und ein historischer Vergleich zeigt, dass nicht alles falsch läuft. Denn die Qualität der Ernährung, auch die Hygiene, ist in den
letzten 100 Jahren deutlch gestiegen.
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